Die Güter

Aus der Geschichte der Güter

Im 16. Jahrhundert, der genaue Zeitpunkt ist strittig, verließen die verschiedenen Zweige der Familie von Spiegel ihren Stammsitz auf dem Desenberg und siedelten sich auf den neu gegründeten Gütern Burg Bühne, Klingenburg, Rothenburg und Übelngönne in der Ebene an. Die unterschiedlichen Linien der Familie Spiegel zum Desenberg benannten sich nach diesen Häusern. 1588 wurde festgesetzt, dass die vier Linien sich gegenseitig bei Aussterben im Mannesstamm beerben sollten. Bis ins 20. Jahrhundert verblieben die Güter so im Besitz von Mitgliedern dieser Adelsfamilie. Für die wirtschaftliche Existenz der Betriebe waren die Dienste der Spiegelschen Untertanen aus Daseburg und den anderen Ortschaften existenzwichtig. Außerdem beschäftigte man neben eigenem Gesinde noch Tagelöhner.

Über die Größe und die wirtschaftliche Situation der Güter liegen für die Zeit bis zum 19. Jahrhundert nur wenige, verstreute Nachrichten vor. 1818 umfassten Ober- und Niederübelngönne, damals im Besitz des Halbertstädter Domherrn Werner Julius von Spiegel, 1000 Morgen Land und Wiesen und 1500 Morgen "Waldungen" und besaß einen Wert von 100.000 Talern.

In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts stellte man als Größe der drei Daseburger Güter fest: Rothenburg 651 Morgen, Ober- und Niederübeingönne 1067 Morgen, Klingenburg 1763 Morgen.


1895 kaufte der Bankier Moritz Oppenheimer aus Hannover das Gut Rothenburg vom Freiherrn von Spiegel zu Peckelsheim, ein Jahr später wechselte es in den Besitz von Heinrich Konerding, der aus der Nähe von Hannover stammte. 1908 - 1922 war das Gut verpachtet, seitdem wird es von der Familie Konerding bewirtschaftet. Im 20. Jahrhundert wechselten auch die anderen Güter die Besitzer: Klingenburg, heute von der Familie Fiebinger bewirtschaftet, wurde 1927 an den Freiherrn von Vittinghoff-Schell verkauft, Übelngönne erwarb der Kreis Warburg 1929. Aus Übelngönne wurden zwei größere landwirtschaftliche Betriebe und eine Reihe von Nebenerwerbsbetrieben gebildet; das Restgut erwarb der bisherige Pächter, der Warburger Kohlenhändler Kroll. Die Familie Kroll bewirtschaftet es noch heute.